Die Cucuteni-Kultur und ihre südlichen Nachbarn im 5. Jt. v. Chr.

Internationales Tagung

Seit den Ausgrabungen von Hubert Schmidt in der Siedlung Cucuteni-Cetăţuia hat sich die gleichnamige Kultur immer mehr als ein verbindender und kulturführender Faktor innerhalb des osteuropäischen Waldsteppengebietes erwiesen. Diese östlichen Bezüge der Cucuteni-Kultur sind gut erforscht und bekannt. Heute wird sie als Teil des großen Cucuteni-Tripolje-Komplexes angesehen, der den umfangreichen Raum von Karpaten bis zum Dnepr besiedelte und neue kupferzeitliche Verhältnisse sowohl in den Waldsteppen- als auch in weiträumigen Steppengebieten mit sich brachte. Dahingegen haben die Beziehungen der Cucuteni-Kultur mit ihren südlichen Nachbarn, d.h. mit den zeitgleichen Kulturen, die das unteren Donauraum und umliegende Gebieten bevölkerten, bisher weniger Aufmerksamkeit in der Forschung aufgeweckt.

Das wissenschaftliche Desinteresse für die Kulturbeziehungen lässt sich für die mittleren und jüngeren Etappen der Cucuteni-Kultur (Cucuteni A-B und B) nachvollziehen. Der Grund liegt in dem langandauernden und unübersichtlichen „Hiatus“, der in ihrer südlichen Nachbarschaft nach der Untergang der balkanischen Kupferzeit, am Ende des 5. Jt. v. Chr., auftrat. Allerdings, waren die kulturellen Konstellationen in der Frühcucuteni- Zeit (Präcucuteni, Cucuteni A) offensichtlich viel günstiger. In dieser Zeit trat die Cucuteni-Kultur in Wechselbeziehungen mit den kupferzeitlichen Kulturen des Balkans, sowie mit den benachbarten Steppengruppen. Die Mechanismen dieser Beziehungen bedürfen aber noch vieler Klärungen.

Mit der Internationalen Tagung „Cucuteni-Kultur und ihre südlichen Nachbarn im 5. Jt. v. Chr.“ Von 18. bis 22. April 2016 in Iași, wollen wir den Kontakten zwischen Präcucuteni und Cucuteni A Kultur mit den spätneolihischen und kupferzeitlichen Kulturen im unteren Donau-Gebiet nachgehen. Dabei sollen sowohl gemeinsame Traditionslinien als auch Differenzen dessen heraus präpariert werden, was unter Begriffe wie Kupferzeit, Metallurgie, soziale Gliederung, Steppenwanderungen u. a. subsummiert wird. Die Vorträge sollen uns die chronologischen und kulturellen Beziehungen zwischen der spätneolithischen Boiankultur, Hamangia, Frühgumelniţa, Bolgrad-Aldeni und Präcucuteni-Kultur, sowie zwischen Gumelniţa und Varna, Cucuteni A und der sog. Zepterträger- Gruppe der bessarabischen Steppe vertiefen.

Die Konferenzsprachen sind Deutsch und Englisch.

Gäste sind willkommen. Um Anmeldung wird gebeten unter: georgebodi@gmail.com

Organizatori: 
Institutul de Arheologie al Academiei Române, Filiala Iași
Institutul Arheologic German, Eurasien Abteilung, Berlin
Adresa: 
Sala Mică de Conferințe a Academiei Române, Filiala Iași
Persoana de contact: 
George Bodi
Email de contact: